April 2, 2021

Grenzen dicht! Was machen wir jetzt?

Was die aktuelle Grenzlage zulässt und was nicht

Die Weiterreise nach Asien

Mit jedem Tag haben wir uns dem Tag genähert an dem es weitergehen sollte. Wir haben in der Zeit natürlich immer wieder auf die aktuelle Lage in Sachen Corona geschaut, auch wenn wir davon bisher so gut wie gar nicht betroffen waren.

Nun war es jedoch an der Zeit zu recherchieren wie wir überhaupt weiterkommen werden. Dazu haben wir dann auf den Websites der jeweiligen Länder und der dortigen deutschen Vertretung nachgeschaut. Das Ergebnis ist das, dass auf dem Landweg nach der Türkei kein Weg offen ist. Der Iran hat die Grenzen geschlossen und Aserbaidschan ebenfalls. Der Weg nach Asien ist somit auf dem Landweg derzeit ausgeschlossen.

Was sagt denn die Grenzlage in Europa?

Unsere erste Überlegung war es dann, dass wir uns eben noch etwas in Europa aufhalten und eben hier herum reisen. Diese Grenzen innerhalb von Europa sind für Europäer noch immer geöffnet und man hat theoretisch die Möglichkeit sich weiterhin frei zu bewegen. Wenn man dies auf dem Landweg tut, dann kann man dies auch weitestgehend unbeachtet tun. Zumindest in der Theorie.

Praktisch kann es jeder Zeit in Grenznähe dazu kommen, dass man kontrolliert wird und im Fall der Fälle eine Coronatest bei sich führen muss. Diese sind natürlich, wenn man öfters die Länder wechselt, relativ kostspielig. Aus meiner Sicht sind sie auch unnötig, solang man sich nicht in Ballungsgebiete begibt.

Weiterreisen, oder Basis schaffen und abwarten?

Pro und Contra einer Weiterreise

Das Weiterreisen mit dem Van ist natürlich sehr attraktiv, aber wir hätten den großen Nachteil, dass wir unserem eigentlichem Ziel nicht näher kommen. Das Ziel war es für uns nie nur zu reisen und immer unterwegs zu sein. Für eine gewisse Zeit haben wir uns das vorgenommen, aber wir wollten dann schon halbwegs wieder irgendwo ankommen. Das große Contra bei der Aussicht sich jetzt keine Basis zu schaffen ist es, dass wir einfach nicht wissen wie lang die Grenzen nach Asien noch zu sind und wir uns somit dem Ziel nicht nähern.

Der größte Vorteil bei der Weiterreise ist es, dass wir vieles sehen und erleben werden. Man erlebt die Gegenden in die man fährt ganz anders, wenn man eben nicht weiß, dass man Abends wieder zu seinem Zuhause zurück fährt. Es wäre eben kein Tagesausflug, sondern ein Aufenthalt und Leben vor Ort im Van.

Vor- und Nachteile einer Basis

Mit der Zeit haben wir uns nun die Frage gestellt, ob es für uns überhaupt Nachteile hätte, wenn wir erst einmal hier in Bulgarien bleiben. Der Radius in dem wir uns aktuell ohne Einschränkungen bewegen können ist ohnehin der dieses Landes. Man kommt ohne große Probleme an einem Tag von dem einem Ende an das andere Ende des Landes. Also warum nicht im Land eine Basis schaffen und dann das Land erkunden.

Der große Nachteil den wir dadurch haben ist denke ich für jeden klar. Wir haben eine Basis die auch finanziert werden muss, wenn wir gar nicht da sind. Die Kosten für Unterkünfte halten sich hier jedoch in Grenzen und somit war das kein riesen Aspekt für uns. Wir können somit aus der finanziellen Perspektive problemlos reisen und ein Haus bezahlen.

Wie haben wir uns entschieden?

Das wäre ideal für uns

Wie schon beschrieben war die Entscheidung keine leichte, aber wir brechen ja gern mal große Entscheidungen übers Knie. Wir wollen definitiv die Freiheit behalten, die wir aktuell haben. Auch wenn wir nicht gerade mit dem Van unterwegs sind. Eine Stadt war somit ausgeschlossen.

Zudem ist es uns besonders wichtig gewesen, dass sich unser Kind und unser Hund frei bewegen können und wir eben nicht alle 2 Sekunden nach beiden sehen müssen. Wir wollten somit etwas mit viel Platz, sowohl drinnen, als auch draußen.

Ein weitere wichtiger Punkt war der, dass wir natürlich auch arbeiten können. Und das eben relativ ruhig und ungestört. Das erfordert bei einem Kind, welches aktuell nicht in eine Kita oder sonstiges geht, auch etwas Abstand zu diesem während der Arbeit.

Uns wurde sehr schnell klar, dass wir also ein Haus, ausreichendem Grundstück/Garten benötigen. Dieses sollte möglichst an einem Ortsrand liegen, aber eben nicht an einer Hauptstraße. Somit haben wir nicht nur die Ruhe die wir suchen und brauchen, sondern unser Sohn kann auch bedenkenlos auf dem Grundstück, aber eben auch außerhalb seinen Freiraum genießen.

Wir haben unsere Traumbasis gefunden

Fündig geworden sind wir dann in einem kleinem Ort ca. 15 Kilometer vom Meer entfernt. Der Ort hat in etwa 100 Einwohner und es gibt keine Geschäfte dort. Es ist somit ein reiner Wohnort bzw. ein Dorf. Dreiviertel des Dorfs sind von einem Wald umgeben und bis zur nächsten Hauptstraße sind es knapp 3 Kilometer. Von der Hauptstraße aus für ein kleiner Sandweg zum Dorf.

Von unserem Grundstück aus sind es nur 10 Minuten zu Fuß zu einem sehr schönem Naturschutzgebiet. Wir leben also mitten in der Natur, aber dennoch innerhalb der Zivilisation. Bis in die Seehauptstadt Varna sind es nur ca. 30-45 Minuten.

Vom Kostenfaktor her ist es sehr angenehm. Wir zahlen für ein Haus mit 180qm auf 2 Etagen und einem Grundstück von 2.000 qm (geteilt mit einem weiterem baugleichem Haus) nur 400 € pro Monat. Das ist durchaus verkraftbar und für diese Lage ein Traum.

Von der Ruhe ins Abenteuer und wieder zurück

Was wir von den nächsten 12 Monate erwarten

Wir werden die Zeit die uns Corona schenkt sinnvoll nutzen. Die Planung in Richtung Süd-Ost-Asien zu reisen ist also nicht vom Tisch. Wir werden die Ruhe genießen und uns eine Wohlfühloase inmitten von Bulgarien schaffen. Von hier aus werden wir das Land erkunden und natürlich auch einige Zeit im Van verbringen. Der Sommer bringt warme Temperaturen mit sich und genau dann geht es für uns hier im Land los.

Innerhalb der 12 Monate werden wir uns auch anderen wichtigen Themen widmen. Hier gibt es noch einige Fragen zu klären. Es geht dabei von der Bildung für Jamie bis hin zur beruflichen Weiterentwicklung. Es stehen Projekte an und das Tagesgeschäfts wächst und wächst.

Die Grundlage der Pause ist es somit nicht zu warten und nichts zu tun. Wir werden uns neu aufstellen, weiterentwickeln und dann gestärkt in das Abenteuer unseres Lebens aufbrechen. Dabei entwickeln wir jedoch hier alles so, dass wir auch hierbleiben können, wenn es dann nicht weitergehen sollte. Keiner weiß wie lang sich das Corona-Thema noch hält und was die Folgen davon sein werden.

Planungssicherheit durch Unabhängigkeit

Gerade die aktuelle Zeit zeigt auf, dass kein System sicher ist. Jeder muss sehen, dass er sich unabhängig macht und sich in Sachen wie Bildung, Finanzen, Lebensstandard etc. eben nicht darauf verlässt, dass alles so bleibt wie es ist. Genau das ist also mein gestecktes Ziel.

Versteh mich nicht falsch. Es geht nicht darum zum selbst versorgenden Einsiedler zu werden. Es geht darum, dass man durch die digitalen Möglichkeiten zum Beispiel die Bildung der Kindes so aufstellen kann, dass es nicht auf Präsenzunterricht angewiesen ist, sich beruflich so aufzustellen, dass es keine Rolle spielt wenn ein Einkommensstrom kein Geld mehr abwirft, dass Lockdowns und Bewegungseinschränkungen einem egal sein können da man ohnehin nicht in einem Ballungsgebiet lebt.

Unsere Reise und unser weiteres Leben sollen also die Basis für die Zukunft schaffen und wir wollen gestärkt und motiviert durch die aktuelle Zeit kommen. Halte dich nicht an kaputten Systemen fest, sondern sprenge die Ketten und breche aus!

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